Halle für Kunst Steiermark, Graz (A)

23. 4. – 15. 8. 2021
Group Exhibition
Europe: Ancient Future
curated by Sandro Droschl

In Kapfer’s installation Im Rücken die Ruinen von Europa (At my Back, the Ruins of Europe) (2019 – 21), shields hang from rusty chains in a room that seems very bleak and eerie. They bear symbols of various far-right extremist movements and casts shadows on the walls from the light in the center. These are the long shadows of a divided Europe, which we encounter here larger-than-life and distorted. On one of the shields, we see a hand with a flame, which recalls the ancient tradition of the Olympic Games. Its light does not, however, symbolize a common matter but was rather appropriated by the Junge Nationalisten (Young Nationalists) — a youth organization of the Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD; National Democratic Party of Germany). The far-right extremist Identitarian movement, which has been banned in France but is still permitted in Austria, is also found here with its lambda symbol. It is assumed that its symbol was taken from the shields of the Spartans in a film version of a comic book series (300, dir. Zack Snyder, 2006), but the lambda in fact comes from the American gay movement of the 1970s — also appropriated and decontextualized for (associations of) ​“real men.”

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Lentos Linz (A)

24. 3. 2021 – 6. 6. 2021
Gruppenausstellung
Transformation und Wiederkehr
Radikale Nationalismen im Spiegel der zeitgenössischen Kunst

kuratiert von Markus Proschek, Hemma Schmutz

Kapfer, Idealisten-Heim, 2021

Inspiriert vom Nationalsozialismus entstand in den 1930ern auch in der Türkei eine faschistische Bewegung. Neben dem Einfluss aus Deutschland knüpfte man an das ultranationalistische Gedankengut der „jungtürkischen“ Bewegung an, unter deren Verantwortung der Völkermord an den Armenier*innen während des Ersten Weltkrieges durchgeführt wurde. Die Grauen Wölfe, sie sich die türkischen Rechtsextremen nennen, sind seit den 1960ern größtenteils in der MHP, der „Partei der Nationalistischen Bewegung“, organisiert. Gut 20 Vereine mit mehreren tausend Anhänger*innen Vereine sind in Österreich den Grauen Wölfen zuzuordnen. Eine Splittergruppe ist die „Große Einheitspartei“ (BBP), der etwa fünf Vereine ins Österreich angehören.
Durch das Bündnis mit dem Erdoğan-Regime konnte sich der Einfluss der MHP sukzessive ausweiten. Die Propaganda der türkischen Rechtsextremen wird auch in Lokalen und durch Sportvereine, Konzerte und Kinofilme verbreitet. Der Vertrieb entsprechender Filme läuft europaweit über eine Linzer Firma. Zu den Konzerten kamen oft tausende Anhänger*innen der Grauen Wölfe, heute finden diese wegen der öffentlichen Kritik aber nur mehr selten statt.

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Sala Omnia, București (RO)

7. – 9. 11. 2019
statements and artistic interventions
Upon Us All Equally. tranzit statements für the future
curated by tranzit.ro

Dass das Träumen einen Anteil an Geschichte hat – geschichtliches Unbewusstsein ist – geht auf Walter Benjamin (1925) zurück, als er noch auf Kraft und Pathos eines sur-realistischen und emanzipatorischen Freiheitsbegriffes setzte. Als dann die (Alp-)Träume vom Dritten Reich überholt worden waren, sammelte er im Passagen-Werk eine von den Trümmern der Vergangenheit ausgehende, die Gegenwart bestimmende, collagenartige Geschichtskonzeption, die er einfach ‚Geschichtsraum‘ nannte. In Franz Kapfers Ge-schichtsraum mit dem Namen „At my Back, the Ruins of Europe“ sind es die Symbole der ‚Neuen Rechten‘ – Pfeile und Winkel – an rostende Ketten hängende Ordnungssysteme, die an der Zerstörung Europas arbeiten. Der Künstler lässt uns in ein Schattenreich verwobener Narrative eintauchen, die uns als unbemannte Gladiatorenschilder anstarren. War der sich von den Ketten befreit habende Spartacus lange Zeit  Weiterlesen

Würtembergischer Kunstverein, Stuttgart (D)

19. 10. 2019 – 12. 1. 2020
Group Exhibition
Sleeping with a Vengeance, Dreaming of a Life
(Mit Nachdruck schlafen, von einem Leben träumen)
curated by Ruth Noack

The fact that dreaming has a share in history – historical unconsciousness – goes back to Walter Benjamin (1925), when he still relied on the power and pathos of a surrealist and emancipatory concept of freedom. When the dreams/nightmares of the Third Reich had been overtaken, he collected a collage-like conception of history in the Arcades Project, which emanated from the ruins of the past, determined the present and which he simply called ‚historical space‘. In this historical space, it is the symbols of the ‚New Right‘, arrows and angles and order systems hanging on rusting chains, that work on the destruction of Europe in Franz Kapfers „At my Back, the Ruins of Europe“. Here, we are immersed in a shadowy realm of interwoven narratives that stare at us as unmanned gladiator shields. Spartacus, who freed himself from the fetters, was seen as an inspiration for the left for a longtime. Nowadays the extreme right-wingers claim to be the new gladiators who rise up against oppression. This associative work proves to be a thicket that usually becomes a problem for the viewer due to its revealing impact: It shows how easily formerly binding iconographies can be politically deformed and cannot be removed anymore. Weiterlesen

EVN Collection, Sklad, Plovdiv (BG)

14. 09. – 13. 10. 2019
Group Exhibition
Franz Kapfer – Lazar Lyutakov – Martina Vacheva
curated by Thomas D. Trummer

 

 

They are skinny and gaunt to the bone, baring their teeth. With hungry eyes, they are on the prowl, showing their gruesome claws, pointed horns, goatees, and frightfully spread-out wings. Franz Kapfer (b. 1971 in Fürstenfeld, Austria, lives and works in Vienna) shows seven demons dangling off the ceiling. Their dreadful shadows dance amid their silhouettes. The title of the work is “Black Lodge”, referring to the second season of David Lynch’s “Twin Peak” series from the early 1990s. The black lodge is a dark and dangerous place. Kapfer combines this mysterious gate to hell with motifs from the Rila monastery from the period of the Bulgarian Weiterlesen

Kunsthaus Graz (A), Kultum Graz (A)

13. 04. – 26. 08. 2018
Gruppenausstellung
Glaube Liebe Hoffnung

kuratiert von Barbara Steiner, Katrin Bucher Trantow, Johannes Rauchenberger

Aviano, Franz Kapfers ausschreitender Heiliger, tritt den Besucherinnen und Besuchern des Kunsthauses als launige Pappfigur mit hoch erhobenen Kreuz entgegen und erinnert sowohl an Filme wie Der Exorzist wie auch an das eine oder andere zusammengezimmerte Wahlplakat. Aviano war ein predigender Kapuzinerpater, der kurz vor der entscheidenden Schlacht gegen das seit Monaten von Osmanen belagerte Wien am 12. September 1683 eine flammende Predigt hielt. Dann zog das Heer unter dem polnischen König Jan III. Sobieski in die Schlacht – und gewann. Das christliche Abendland Weiterlesen

KiöR NÖ, Schlosspark Grafenegg (A)

14. 05. – 30. 10. 2017
Gruppenausstellung
COUNTERPOINTS Kunst im Park 2017
kuratiert von Cornelia Offergeld

Franz Kapfer inszeniert sein Installationen-Ensemble wie ein Theaterstück in drei Akten – „ein Lustspiel“ sagt er. Doch das ist eine von Kapfers geschickten Täuschungen. Wie Georg Büchner in „Leonce und Lena“ (1836) verknüpft er Elemente der romantischen Komödie mit jener der politischen Satire. Drei große Bildtafeln sind wie Bühnenbilder für die jeweiligen Akte im Park verteilt. Grundlagen für die Motive sind politische Karikaturen aus dem 19. Jahrhundert, in dem auch der Umbau des Schlosses Grafenegg zu seiner heutigen Form im Stil des romantischen Historismus erfolgte. Weiterlesen

Museum Hartberg (A)

17. 03. – 23. 04. 2017
Einzelausstellung
KRUZITÜRKEN
kuratiert von Franz Brugner


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In seiner Einzelausstellung „Kruzitürken“ hinterfragt Franz Kapfer (geb. 1971 in Fürstenfeld) die stereotype Darstellung der Kuruzen und Türken als immense Gefahr für das christliche Abendland in der Vergangenheit. Kapfer nimmt krudeste und vereinfachende Symbole sehr direkt und ohne offensichtliche Distanz auf­ und bearbeitet sie weiter. In dieser Vermischung öffentlich-politischer und sexuell-privater Symbolik wird eine ganz grundlegende Eigen- schaft seiner künstlerischen Praxis klar, nämlich jegliche Symbolik Weiterlesen